Wege von der Bestandsanlage zum erfolgreichen Repowering: greenmatch-Roundtable vom 4. Mai 2021

01/06/2021 | Fiona Imboden

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Wie laufen Repowering-Projekte ab? Was muss im Repowering-Prozess aus Sicht von Eigentümerschaft, Banken sowie Investor*innen besonders beachtet werden? Wie erfolgen Bewertungen? Und was für drängende offene politische und gesellschaftliche Fragen bestehen? Am greenmatch-Roundtable vom Dienstag 4. Mai 2021 diskutierten die Experten vielfältige Fragen zum Thema Repowering.

Teilnehmerrunde des greenmatch Roundtables vom 4. Mai 2021

Mit dem Auslaufen der fixen Vergütung durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) stellt sich für viele Anlagen die Frage, wie es mit ihnen weitergehen soll. Ist eine Instandhaltung und Weiterbetreibung erfolgsversprechend? Bietet sich die Nutzung neuer Technologie am bestehenden Standort an (Repowering)? Oder ist ein Aufbau neuer Standorte sinnvoller (Greenfield)?

Die Expertenrunde am greenmatch-Roundtable war sich einig, dass Repowering-Projekte gegenüber Greenfield-Projekten einige Vorteile bieten können, da Repowering bereits etablierte Standorte nutzt: Auch wenn die vorhandene Anlage durch eine neue ersetzt wird, um effizienter Energie produzieren zu können, so ist ein gewisses Mass an Infrastruktur bereits vorhanden. Ebenso hat ein bestehender Standort schon einmal eine Genehmigung erhalten und ist in der Bevölkerung meist akzeptiert. Darauf lässt sich aufbauen.

Repowering mit Erfolg

Doch auch beim Repowering sind akribische Vorbereitung und Geduld gefragt, zumal die Vielzahl involvierter Akteur*innen für Komplexität sorgt. Es bedarf, unter Berücksichtigung der bestehenden Verhältnisse, einer Regelung zur Grundstückssicherung und es muss geklärt werden, was technisch, räumlich und rechtlich möglich sowie finanziell sinnvoll ist. «Grundlage für ein erfolgreiches Repowering ist eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung. Dies sollte im Finanzmodell objektbasiert erfolgen, um möglichst einfach verschiedene Szenarien vergleichen und die wirtschaftlichste Variante identifizieren zu können», so Finanzstratege Harald Zenke. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung ist bei Repowering- und Greenfield-Projekten grundsätzlich sehr ähnlich, allerdings gilt es beim Repowering, Überlegungen zur sogenannten Übergangsphase in die finanziellen Kalkulationen miteinzubeziehen. Jörg-Uwe Fischer der Deutschen Kreditbank meint dazu: «Binden Sie möglichst früh Ihre Bank in Ihr Projekt mit ein. Dadurch können, gerade für die Phase zwischen Betriebsauslauf der Bestandsanlage und Inbetriebnahme des Repowering Projektes, individuelle Finanzierungslösungen gefunden werden.»

Rolle der Politik

Auch wenn man all die Tipps der Experten befolgt: Die Umsetzung von Projekten im Bereich der Erneuerbaren bietet grosse Herausforderungen – allzu grosse, fanden die Teilnehmer der Diskussion. So wird aktuell gemessen am Ziel der Energiewende viel zu wenig Energie aus erneuerbaren Quellen produziert. Probleme sehen die Experten des Roundtable vor allem bei der Umsetzungsdauer und der Planungssicherheit von Projekten: «Es wird zunehmend Druck entstehen, die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Repowering zu verbessern», so Rechtsanwalt Dr. Rabenschlag. «Sollte nicht gehandelt werden, werden rund die Hälfte der aktuellen möglichen Projekte gar nicht erst bis zur Repowering Phase kommen können.» Da, wo Repowering-Projekte aufgrund der herrschenden gesetzlichen Regelungen vorerst nicht umgesetzt werden können, steht vorerst die Bestandserhaltung im Vordergrund.

Energiewende durch Repowering

«Die Politik ist gefordert», attestiert auch Frank Grafe. «Dort, wo bereits Anlagen stehen, muss es auch ein Planungsrecht geben. Dies würde die Planungszeiten deutlich reduzieren und viel mehr Druck für Ausschreibungen geben.» Die Energiewende kann nur mit zusätzlichen Anstrengungen geschafft werden.

Die Aufzeichnung des Online-Roundtables finden Sie hier:

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