Anwendungsfall Repowering: greenmatch-Webinar vom 17. Juni 2021

11/08/2021 | Fiona Imboden

Dr. Karlheinz Rabenschlag, Sterr-Kölln & Partner, und Doreen Pimpl, CEO von greenmatch, zeigen auf, wie ein Repowering-Projekt abläuft, welche gesetzlichen und juristischen Rahmenbedingungen beachtet werden müssen und bieten Hilfestellungen für die Wirtschaftlichkeitsberechnung von Repowering-Projekten. Das Folgewebinar vertieft die Erkenntnisse aus dem Roundtable vom 4. Mai 2021 zum Thema Repowering.

Teilnehmerrunde des greenmatch Webinares vom 17. Juni 2021

Die EEG-Förderung unterstützt Windenergieanlagen während 20 Jahren nach Inbetriebnahme mit einer fixen Vergütung. Mit Ablauf der EEG-Förderung stellt sich für viele Betreibende die Frage, wie es mit ihren Anlagen weitergehen soll. «Stilllegung ist aus klimapolitischen und volkswirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll», so Rabenschlag. «Denn immerhin haben wir Anlagen, die laufen und Strom erzeugen.» Repowering bedeutet, den Ersatz bestehender Anlagen mit leistungsfähigerer Anlagentechnik. Dadurch können effizienter Energie gewonnen und höhere Erträge erwirtschaftet werden. Der Experte für Energierecht hält das Repowering zur Erreichung der gesetzlich festgelegten Ausbauziele für zwingend erforderlich.

Weiterbetrieb als Brücke

Doch auch der Weiterbetrieb im Sinne einer Überbrückung bis zum Repowering stellt eine Alternative dar, denn trotz abgelaufener EEG-Förderung, haben Altanlagen-Betreibende weiterhin das Recht auf vorrangigen Netzanschluss und Stromabnahme. Im Falle des Weiterbetriebs gilt es, genehmigungsrechtliche Fragen zu klären, etwa der Nachweis des sicheren Anlagenbetriebs, und die Fortgeltung bestehender Verträge – Nutzungs-, Wartungs- und Betriebsverträge –, zu prüfen und eventuell in Neuverhandlungen einzutreten.

Von der Altanlage zum neuen Park

Repowering-Projekte sind als Neuprojekte zu planen, wobei die Altanlage als gewichtiger Aspekt in die Analyse und Umsetzung miteinbezogen werden muss: Wie ist der Zustand des Altbestands, ist Fremdbestand vorhanden oder gab es Zubau über die Jahre; gibt es neue Erkenntnisse zum Arten- und Landschaftsschutz oder was sind einzuhaltende Mindestabstände? Auch die jeweilige Akteursstruktur ist ein zentraler Aspekt im Rahmen der Umsetzung des Repowering. Die Rechte und Verpflichtungen der einzelnen Akteure sollten in einer Kooperations- resp. Repowering-Vereinbarung festgehalten werden. Eine weitere wichtige juristische Grundlage sind die Flächensicherungsverträge, die neu aufgesetzt werden sollten, anstelle der Übernahme der bisherigen. Rabenschlag schliesst mit dem Fazit: «Die Praxis zeigt, je konkreter die Vertragsparteien eine Repoweringvereinbarung abschliessen, umso einfacher ist letztlich später die Umsetzung des kompletten Projekts.» Dennoch, Repowering-Projekte sind in vielen Fällen äusserst komplex und die Erfahrung zeige, dass von der Analyse bis hin zur Inbetriebnahme rund fünf Jahre vergehen können.

Wirtschaftlichkeitsberechnung bei Repowering

Dem Entscheid, ob ein Repowering oder der Weiterbetrieb einer Anlage vorzuziehen ist, geht eine Wirtschaftlichkeitsberechnung voraus. «Wir empfehlen, Projekte jeweils mit demselben Berechnungsmodell anzugehen. Dies ist nicht nur effizient, sondern sorgt auch dafür, dass die Vergleichbarkeit zu den eigenen Projekten jederzeit gegeben ist», so Doreen Pimpl, die detailliert aufzeigt, wie mit dem greenmatch-Tool verschiedene Szenarien simuliert und verglichen werden können. Sie betont zudem die Wichtigkeit, eigene Annahmen, die dem Berechnungsmodell zugrunde liegen, kritisch zu hinterfragen: «Die Modellierung der Projekte steht und fällt immer mit den eigenen Annahmen.» Kleine Verschiebungen der Parameter, etwa die Entwicklung des Strompreises oder der zu erwartenden Investitionen, können massive Auswirkungen auf die Renditeberechnung haben und damit auch auf den Entscheid für einen Weiterbetrieb oder ein Repowering. Deshalb sollten auch Stresstests in Form von Simulationen fester Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsberechnung von Repowering Projekten sein.

Die Aufzeichnung des Webinars vom 17. Juni finden Sie hier:

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